Stefan Häring Architekt münchen - baiern - sevilla

Nutzung:Neues Wohnhaus mit Zuhaus, städtebaulich relevante Bausteine eines historischen Dorfkerns. Energiestandard KFW 40+
Ort: Kirchstrasse 18 in Heiligkreuz (D)
Auftraggeber: Priv. Bauherr
Leistung: alle LPH






Konzepte:

Kompositiv wird ein Ensemble geschaffen aus drei unterschiedlichen Baukörpern. Durch die bauliche Besetzung der nord-östlichen Grundstücksecke wird ein klarer Straßenraum als Einleitung zum zentralen Dorfplatz ausgebildet, was der historischen städtebaulichen Funktion an dieser Stelle gerecht wird.
Gleichzeitig lockert sich die vordem geschlossene Straßenfront auf, es ergeben sich Quer-Beziehungen nach Süden und ein differenzierter Raumfluss zwischen Privatem und Öffentlichem.
Durch die Aufteilung des Raumprogrammes in zwei Gebäude konnte die nötige Präsenz erzielt werden um der komplexen städtebaulichen Situation gerecht zu werden.
Nutzung:Umbau, Erweiterung und Umnutzung einer alten Dorfschule in Wohnungen
Ort: Braunautal 6, Berganger (D)
Auftraggeber: Priv. Bauherr
Leistung: Vorentwurf







Konzepte:

Orientierung und Ausrichtung der prinzipiellen Aufenthaltsräume: Einbindung der guten Fassaden Süd/Süd-Ost und Süd-West-West: Sonne, Berge und Garten.


EG:
- durch räumliche Verbindung des Anbaues zum Essraum/Küche übers Eck
- durch Belichtung und Belüftung der Küchenzeile durch direkten Außenbezug unter dem erstem Treppenlauf über neuem Zugang zu Heizkeller
- Freistellung der SS-W Fassade vom Bad
OG:
- Verglasung des Aufenthaltsraumes zum Treppenraum (Süden)
- großzügige Verglasungen der zwei Räume des Anbaues nach Süden und Westen, außerdem zusätzliche besonnte Balkon/Terrassenflächen möglich

Gewollte Einbindung der „historischen“ Holztreppe und dem Anbau mit Splittlevel

Sollen prinzipiell erhalten bleiben. Untermauerung im EG, Neuer Eingang zum Keller direkt vom Außenraum. Belichtung des OG über Treppe herstellen. Die Treppe ist der 2. WE zugeordnet, verleiht den Raumeinheiten auf den verschiedenen Niveaus eine gewisse Nutzungsautonomie. Der Anbau erfährt die stärkste Bestimmungsänderung wegen seiner attraktiven Südlage, guten Ausblicken und Gartenbezug für die 2. WE. Der einzige Latrinenbau, der bei der Dachsanierung proportional unglücklich unter das verlängerte Hauptdach eingebunden wurde, wird zu einem bedeutungsvollem Gebäudeteil. Das darf sich auch gestalterisch bemerkbar machen und das Gesamterscheinungsbild die gewisse Note verleihen: Geschoss hohe Verglasungen in Kombination mit Holzlattenjalosie erlaubt proportionale und materielle Bezüge zum Kontext herzustellen, geräumige Dachgeometrie, räumliche Wechselbeziehung und Lösung des 2. Rettungsweges DG.

Starker definierter Bezug der Wohnungen zum Außenraum, Garten, Ausblicken

Klare Trennung des Gartens zwischen den WE durch leichten Höhensprung und Buchenhecke, Orientierung und Öffnung zu den zugeordneten Gartenbereichen (Intimitäten bewahren) Die 2. WE bekommt Garten mit überdachter Terrasse und attraktiver SS-W Mauer, und Balkon im OG, Wintergarten und Balkon im DG.

Attraktive Proportion der Räume, Nutzungsflexibiltät.

Raumkonfigurierung durch innen liegende Nasskerne (Nebennutzungen), Freistellung der Fassaden für alle Haupträume. Zonierung der Verkehrsflächen, hierarchische Raumordnungen, fließende räumliche Beziehungen der Wohnnutzungen möglich (räumliche Kontinuität). Durch die Minimaldefinition durch feste Kerne (Zonierung und Verkehrsflächen, Autonomie der verbleibenden Räume) wird maximale Raum- und Nutzungsflexibilität erzielt.

Bewertung punktueller baulicher Eingriffe bezüglich des inneren Raumgefüges, Außenkörper sowie Kosten-Nutzungsbewertung.

Beibehaltung der wesentlichen Elemente wie Treppenhaus, Anbau, Flur im EG, Minimierung der Brandschutzmaßnahmen durch Begrenzung auf 2 WE. Die punktuellen Eingriffe sind im EG: Untermauern der Treppe für Küche, räumliche Verbindung dieses Raumes und Anbau über Ecke, Südsonne durch Verglasung des Anbauzimmers, flurseitige Erschließung des Südzimmers. Innenliegeinder Nasskern stellt Innenfassade frei. Zugang zu Keller direkt von Außen. Im OG: Südlicht über Treppenraum, innen liegender Nasskern stellt Innenfassaden frei, autonome Erschließung des Südzimmers von Treppe aus. Verglasung und Balkon zum Garten des Anbauzimmers. Im DG: Wintergarten und Sonnenterrasse in Höhe mit Fernsicht, Anbindung des DG durch neue Dachgeometrie des Anbaues für 2. Rettungsweg, der dadurch räumlich aufgewertete wird. Außenkörper: neue Wertigkeit durch Überformen des Anbaues. Kosten: Durch kleinste Eingriffe, maximale Effekte zu erzielen, das ist konzeptuell eine Optimierung der Investition(en).


Nutzung:5 Wohnungen mit Gemeinschaftshaus, Mehrgenerationenwohnen
Ort: C/Roma 89, Las Pajanosas-Guillena (S)
Auftraggeber: Priv. Bauherr
Leistung: Entwurf bis Fertigstellung
Statik: Caballero Conde ingenieros
Mitarbeit: Pedro Rodríguez González (arqu. técnico)





DEHESA, die ursprüngliche Kulturlandschaft: beweidete Eichenhaine bekannt seit der Antike, gelten heute als Musterbeispiel naturnaher Kulturlandschaft. Die Bäume schützen den Boden vor Erosion, spenden Schatten, speichern Feuchtigkeit und liefern Holz, Kork, Mast für Schafe, Ziegen, Rinder und das iberische Schwein. Diese düngen und halten den Bewuchs niedrig was die Brandgefahr vermindert. Die Dehesa war traditionell in Gemeindeeigentum und wurde gemeinsam bewirtschaftet.




Die Bebauung begann in den 50er Jahren, als Folge der Pkw Mobilität breiter Bevölkerungsschichten und als Alternative zum Wohnen in der Stadt. Das hügelige Land wurde durch eine serpentinenartige Straße erschlossen und in Parzellen aufgeteilt. Von dem ursprünglichen Projekt mit Golf- und Reitanlage mit Bungalows prosperierten nur die z.T. villenartigen Einfamilienhäuser, die zu einer fortschreitenden Zersiedlung der Landschaft führten und im aktuellem Flächennutzungsplan als Gartenstadt definiert werden.




Analyse des Ortes, Randbedingungen und Strategie der Besetzung:

1. Klima, Orientierung zur Sonne. Wechsel von heißen und trockenen Sommern mit kalt-feuchten Wintern. Im Sommer ist die direkte Sonne schmerzlich, Mensch und Tier suchen den Schatten und die Nachtkühle konservierenden Orte. Im Winter hingegen vertreibt nur direkte Sonneneinstrahlung das klamme Gefühl der Kälte.
2. "Unendliche" Ausdehnung des Eichenhains dauerhaft erlebbar machen. Die Dehesa als Landschaftstyp ist auf dem Grundstück am intensivsten in Längsrichtung erlebbar. Da das Gelände nach Süden stark abfällt, dominiert visuell die Fernbeziehung auf die gegenüberliegende Hangseite. Als Blickfang bieten sich die weiß gekalkten Wände eines gut proportionierten landwirtschaftlichen Nutzgebäudes an. Im Frühjahr grasen Pferde auf den saftigen Weiden dieser intakten Dehesa. Der Horizont im Norden verliert sich hinter den Baumkronen. Dort scheint sich der Wald unendlich fortzusetzen. Eine zukünftige Bebauung der benachbarten Grundstücke würde in diese beiden Richtungen die Ausblicke nicht beeinträchtigen. Durch eine Bebauung der seitlich angrenzenden Parzellen würde jedoch eine dominierende direkte Präsenz auf das Grundstück entstehen. Besonders nach Westen dominiert bereits jetzt die Zersiedlung.
3. Die Hanglage des Terrains gibt die natürliche Orientierung nach Süden vor: Dort öffnet sich die Landschaft und bei klarem Wetter ist in der Ferne Sevilla wahrnehmbar.



4. Bei den wenigen aber intensiven Regenfällen kann der Boden, besonders nach Trockenheit, die Wassermengen nicht aufnehmen und es bildet sich ein richtiger Bach diagonal über die Parzelle der bei der Bebauung berücksichtigt werden muss.
5. Die Hauptwindrichtung ist N-S, was besonders für die heiße Jahreszeit von Bedeutung ist.
6. Der alte Baumbestand verteilt sich über die ganze Parzelle, besonders schöne Exemplare gruppieren sich im Zentrum. Die Steineichen sind perfekt an das Klima angepasst, wachsen aber sehr langsam. Es sollte möglichst der gesamte Baumbestand erhalten bleiben.
7. Ein besonderer Ort wurde zwischen den größten Bäumen in ca. 1/3 der Grundstückstiefe ausgemacht. Die beschriebenen Hauptrichtungen sind hier besonders eindrucksvoll erfahrbar, der Abstand zur Straße ausreichend und man überblickt das ganze Terrain, während man selbst sich im Schatten der Bäume im Geborgenem fühlt. Diese Stelle könnte als natürliches Zentrum beschrieben werden.



Konzeptuelle Zielsetzung

Dieser besondere Ort sollte das sein was er bereits ist: Das natürliche Wohnzimmer im Freien, zentrale Terrasse (plaza) und „Tor“ ins Innere der Parzelle. Die zu errichtende Bebauung sollte die bestehenden Qualitäten dieses Ortes verstärken, die landschaftlichen Attraktionen hervorheben, die Ausblicke in Richtung der zersiedelten Landschaft filtern, und die Exposition der Innen- und Außenräume bezüglich Licht, Luft und Wasser angemessen dosieren.



Konfiguration Baukörper:

Zwei annähernd parallele und etwas zueinander verschobene Baukörper treppen sich in Fallrichtung des Hanges und bilden die festen Ränder eines Hofes, der durch die Landschaftskulisse an den unverbauten offenen Seiten komplettiert wird. Die Fragmentierung durch versetzte Dachflächen und durchgesteckte Vorhöfe erlauben Durch- und Übersichten und machen den linearen Baukörper durchlässig. Räumlich wird eine Dialektik zwischen Innen und Außen, Raumhaltigkeit und Landschaftskontinuum, differenzierter Zonierung und eindeutigen Orten angestrebt.



Ala diurna - der gemeinschaftliche Tagesflügel

Bildet eine starke Ecke aus, auf die man nach Betreten der Parzelle zugeht. Der stetig ansteigende Weg wird hier umgelenkt und mündet in der überdachten Plaza, dem „Eingangstor“. Die luftig exponierte Lage, das schützende Dach und die einfassende bodengleiche Sitzbank sind Elemente des Komforts und laden zum Verweilen ein. Die Raumabfolge aus dieser Terrasse, Salon Essbereich und Küche bildet einen Winkel, der um eine alte Steineiche knickt. Im inneren fungiert der Kamin mit der offenen Feuerstelle als Scharnier. In vertikaler Richtung erfährt das Volumen seine Modellierung durch die versetzt geneigten Dächer. Als Folge des Versatzes entsteht ein enormes, nach Süden orientiertes Oberlicht, was mit ausgeprägten Leibungen nur die tiefstehende Wintersonne einfängt.






Ala nocturna - der private Wohnbereich

5 unabhängige Wohnungen werden durch überdachte Vorbereiche erschlossen. Weitere Einheiten nach Norden sind möglich. Durch die räumliche Verschränkung der Wohneinheiten und den resultierenden variierenden Raumhöhen unter dem geneigtem Dach, werden lange diagonale Raumbezüge im inneren erreicht. Dadurch wirken die Wohnungen trotz knapp bemessener Flächen großzügig und weitläufig. Die hofartigen Vorbereiche bilden einen wertvollen Zwischenraum, der durch die großformatigen Schiebeelemente individuell an die jeweiligen Erfordernisse an Sonne, Licht und Wind sowie Ein-und Ausblicke angepasst werden kann. Hier artikuliert sich die Schwelle zwischen Innen und Außen, dem privatem Wohnen und dem gemeinschaftlichen Hof, hier wird der erste Schritt aus dem Haus und auf die Erde der Dehesa zelebriert. Wie beim Gemeinschaftshaus sind auch bei den Wohnungen hohe Südfenster dafür verantwortlich, dass direkte Wintersonne tief ins innere dringt. Wegen der Abtreppung des Baukörpers durch die Hanglage, erschließt sich das Profil der Hügelkette vor allen Fensterfronten, die umgekehrt nachts als große Leuchtschirme weit in die Ferne strahlen.







Detaillierung und Materialwahl im freiem Dialog mit Traditionen

Neben den typologischen Analogien zu traditionellen Hofanlagen mit geneigten Dächern ist auch bei der Materialwahl und Konstruktionsweise ein eindeutiger Bezug zur Region erkennbar. Massive Ziegelwände als kalkverputzte Lochfassaden tragen eine einspännige Holzdecke mit traditioneller Ziegeldeckung. Als Sonnenschutz dienen Holzjalousien, die in beweglichen Metallrahmen eingespannt sind. Die Spannweite von 6 Metern wird von Brettschichtholzbindern bewerkstelligt, ihr Abstand zueinander wird durch die Tragfähigkeit der Sandwichelemente definiert, auf denen in die ondulierte Abdichtung direkt die Dachziegel trocken verlegt wurden. Der umlaufende Dachrand wurde aus gekantetem Aluminium realisiert, durch ein leichtes Innengefälle wird ein Feucht werden und Verschmutzen der aufsteigenden Wände effektiv verhindert. Je nach Entfernung des Betrachters, tritt die Präsenz der traditionellen Eindeckung zugunsten einer feinen Dachlinie zurück.







Freiflächengestaltung

Neben den typologischen Analogien zu traditionellen Hofanlagen mit geneigten Dächern ist auch bei der Materialwahl und Konstruktionsweise ein eindeutiger Bezug zur Region erkennbar. Massive Ziegelwände als kalkverputzte Lochfassaden tragen eine einspännige Holzdecke mit traditioneller Ziegeldeckung. Als Sonnenschutz dienen Holzjalousien, die in beweglichen Metallrahmen eingespannt sind. Die Spannweite von 6 Metern wird von Brettschichtholzbindern bewerkstelligt, ihr Abstand zueinander wird durch die Tragfähigkeit der Sandwichelemente definiert, auf denen in die ondulierte Abdichtung direkt die Dachziegel trocken verlegt wurden. Der umlaufende Dachrand wurde aus gekantetem Aluminium realisiert, durch ein ein leichtes Innengefälle wird ein Befeuchten und Verschmutzen der aufsteigenden Wände effektiv verhindert. Je nach Entfernung des Betrachters, tritt die Präsenz der traditionellen Eindeckung zugunsten einer feinen Dachlinie zurück.




Nutzung:Wohn- und Geschäftshaus 134+13 Einheiten
Ort: C/Felipe II 17, 2º-2, Sevilla (S)
Auftraggeber: Hauseigentümergemeinschaft
Leistung: Technische Gesamtaufnahme und Bewertung ITE (Gebäude Tüv), Energetische Zertifizierung, Umfassendes Sanierungskonzept, Durchführung Sanierung mit Refurbishment Erschließungsflächen, Fassaden-/ Dachsanierung, Energetische Sanierung, Erneuerung wesentlicher Installationen, technisches Gebäudemanagement










Ausgangssituation und Vorgeschichte:

Gebäude aus dem Jahr 1960 mit 134 Wohnungen und 14 Geschäften im Stadtviertel El Porvenir, elegantes, zentrales Stadtviertel von Sevilla. Hoher Eigennutzungsanteil der Wohnungen von ca. 70%. Das Gebäude leidet an typischen Alterserscheinungen, chronischer Unterhaltsmangel führt immer häufiger zu dringlichen Reparaturen und punktuell ausgeführten Sanierungsaktionen. Diese punktuellen Reparaturen behoben zwar in der Vergangenheit immer ein konkretes Problem, führten aber im Ergebnis zu wachsender Unzufriedenheit der Bewohner und Besitzer. So wurden nach Ablösen einzelner Verkleidungsplatten, sämtliche Balkone Abbruch saniert. Die Gefährdung für Passanten war dadurch effektiv beseitigt aber die handgemalten Keramiken gingen verloren. Dieser massiv empfundene Identitätsverlust, die enorme finanzielle Belastung durch langjährige Extrazahlungen verbunden mit der Vorahnung, das die Kette unaufschiebbarer Eingriffe in Zukunft nicht abreißen würde, führten zu einem ersten Bewusstseinswandel und ist Ausgangspunkt unserer Intervention.



Definition des Auftrages, Einbindung aller Beteiligten, wesentliche Etappenziele

Zustimmung fand das Denkmodell, das Gebäude als wirtschaftendes Unternehmen zu betrachten. Die Besitzer und Bewohner als Eigner und Betreiber wurden sich schnell über generelle Unternehmensziele einig: Langfristig sollte der Wert des Gebäudes erhalten bzw. gesteigert und der Betrieb optimal gestaltet werden. Wert verstanden sowohl als monetär messbare Größe als auch als weiche Faktoren die als Lebensqualität empfunden wurden. Die Wertediskussion im Zusammenhang mit Wohnen, Behausung und Gemeinschaft wurde wichtiger Bestandteil bei der Definition von Zielen. Auf dieser Grundlage begann die Umsetzung.

Als Architekten bearbeiteten wir die technischen und gestalterischen Aspekte. Es stellte sich schnell heraus, das ca. 80% aller Ausgaben im wesentlichen von der Optimierung dieser Bereiche abhingen. Räumliche und gestalterische Aspekte wurden zu wichtigen Faktoren bei der Belebung von Gemeinschaft und Identität. Wichtige Unterpunkte dabei waren:



1. Genaue Differenzierung und Beschreibung aller Aufgabenbereiche, Verantwortung, Kompetenzen und notwendigen Qualifikationen der Beteiligten.

Dieser Teil führt zur Einrichtung von verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich auf konkrete Themen konzentrieren, gebildet aus interessierten Eigentümern und der Hausverwaltung. Bei Bedarf wird zusätzlich externe professionelle Hilfe zugeschaltet. Das generiert eine sehr engagierte und kompetente Beteiligung der Bewohner und führt schließlich zur Umgestaltung der Hausverwaltung. Ein wesentliches Ergebnis dieses Prozesses ist die Etablierung eines Dokumentationsstandards mit dem Ziel, durch Transparenz die Grundlage für Interesse, Beteiligung, Vertrauen und Qualitätskontrolle herzustellen.



2. Analyse Einnahmen /Ausgaben über die letzten 10 Jahre. Ausgabenkontrolle.

Die Buchführung wird neu strukturiert, Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt und Kostengruppen so definiert, dass sie als Kontrollinstrumente nützlich werden. Besonderer Augenmerk wird darauf gelegt, welche Ausgaben etwas zum Erhalt oder Steigerung des Wertes beiträgt.
Ausgabenkontrolle:
• Überprüfen sämtlicher Verträge, Leistungsspektrum und aktueller Marktspiegel.
• Vergabe von Arbeiten generell mit Ausschreibung, um Vergleichbarkeit herzustellen.
• Schadensbehebungen und Reparaturen werden von einem hauseigenen Techniker geleitet.


3. Investitionen die Unterhaltskosten verringern oder mehr Einnahmen generieren werden konsequent vorgezogen:.

• Einsparung durch: LED + Regeltechnik, Tropfbewässerung und exakte Kostenumlage.
• Aufgelassene Hausmeisterwohnungen werden saniert und vermietet.
• Da das marode Abwassersystem hohe Unterhaltskosten zur Folge hatte, bekam dessen Sanierung erste Priorität. Unter Berücksichtigung der technischen Ausstattung der Reinigungsfirmen wurden alle Revisionsstellen in den Außenbereich verlagert und deren Zahl minimiert, was die laufenden Kosten radikal verringerte.
• Ein neuer Arbeitsplan und gezielte Fortbildungsmaßnahmen erweitern das Einsatzgebiet des Hausmeisters, Leistungen von Fremdfirmen werden reduziert.






4. Einfach Maßnahmen mit begrenztem Kostenaufwand aber großem Effekt auf die wahrgenommene Wohnqualität

• Umbau der alten Pförtneranlagen zu Fahrradräumen.
• Sitzbänke im Eingangsbereich.
• Farbliche Neugestaltung aller Verkehrsflächen + Beleuchtungskonzept.
• Erste Schritte, die Außenraumgestaltung zu verbessern, durch neue Pflanzungen.
• Intensivreinigung verschiedenster Gebäudeelemente wie Böden, Sockel, Außenelemente.

5. Potenzierung von gemeinschaftlichen Aktivitäten

• Jährliche Ernteaktionen der gemeinschaftlichen Orangenbäume und Einkochen von Orangenmarmelade.
• Frühlingsfest mit Maikreuze und Sommerfest mit Hofkino.
• Die verbesserten Grünanlagen locken Kinder und Eltern am Nachmittag an.
Bei all diesen Aktivitäten wird ersichtlich, dass die engen Wege und gesamte Außenraumgestaltung den Aufenthalt und die gemeinsame Benutzung beeinträchtigen.





6. Erste sichtbare Erfolge, die Hausgemeinschaft feiert sich selbst

Die Sanierung des Abwassersystems wurde erfolgreich abgeschlossen und rein aus Einsparmaßnahmen finanziert, die hohe Qualität der ersten Änderungen sind präsent und es macht sich neuer Optimismus breit. Die Hausgemeinschaft beschließt, die erste große Investition mit hoher Symbolwirkung:

Die Neugestaltung der Außenanlagen mit hochwertigen Materialien und hohem gestalterischem Anspruch stellt einen klaren Wendepunkt dar. Anstelle von Notreparaturen, wird jetzt gezielt in die nachhaltige Veränderung der Anlage investiert:
• Erweiterung der Zuwege zu einem Platzbereich, der mit langen bankartigen Hochparterren zum Verweilen, Spielen und dem spontanen Austausch einlädt.
• Raum für Gemeinschaftsaktivitäten und Feste.
• Attraktive repräsentative Außenwirkung durch hochwertigen Materialien, feines Design mit frischer und farbenprächtige Vegetation.
• barrierefreier Zugang..



7. Abgestimmter Sanierungsplan nach gründlicher Gebäudeevaluierung: jede bauliche Maßnahme beinhaltet eine Chance, die Wertigkeit nachhaltig zu erhöhen

• Sanierung des Sichtmauerwerkes: Behutsames restaurieren des Sichtmauerwerkes. Im gleichen Zuge sollen alle Klimaanlagen auf das Dach und die Verkabelungen nach Innen verlegt werden. Ein neuer Gestaltungsplan regelt die Nutzung von Fassade und Dach.
• Erneuerung wesentlicher Installationen: Elektro- und Kommunikationsleitungen werden nach innen Verlegt und dem Stand der Technik angepasst. Vorinstallationen für Kühlflüssigkeiten sollen das Verlegen der Anlagen auf das Dach vereinfachen, innere Kondenswasserableitungen, notfalls mit Pumpen, werden von der Hausgemeinschaft vorgeschrieben.
• Sanieren des Traufgesimses: Ausbildung von Tropfkanten soll zukünftige Verschmutzung vermeiden.
• Überdachung der Eingangsbereiche: mehr Komfort und Sicherheit bei Regen.
• Energetische Sanierung als Hohlraumdämmung im Zuge der Fassadenarbeiten.
• Zentrale Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung.
• Regenwassersammlung zur Bewässerung durch Nutzung obsoleter Wassertanks.
• Begrünung des Daches und Ausstattung als gemeinschaftliche Terrasse mit Panoramablick..