Stefan Häring Architekt münchen - baiern - sevilla


Nutzung:                                            Neubau von zwei Wohneinheiten mit mehreren Trennungs- und Erschließungsoptionen. Mehrgeschossiger, hofartiger Garten.
Ort: Grafing b. München (D)
Auftraggeber: Priv. Bauherr
Gebäude: Holzbau, KFW 40+
Jahresprimärenergiebedarf: 16,5 kWh/m²a
Leistung: alle LPH

Konzepte:
 
 
 
Das Grundstück ist charakterisiert durch steile Geländeversprünge entlang zweier Grenzen. Diese Böschungen wurden durch das Gebäude besetzt, womit ein ebenerdiger Zugang, sowohl von der oberen Erschließungsseite (Bergstraße), als auch zum Garten im darunterliegenden Geschoss erreicht wird.

Das untere Sockelgeschoss folgt L-förmig der Geländekante, womit Wohnraum bis zur Nachbargrenze geschaffen wird, ohne Garten-/Freifläche einzubüßen. Die befahrbare Dachfläche verbindet sich mit dem teilweise überdachten Vorbereich entlang der Bergstraße und präsentiert sich als einladender halböffentlicher Raum mit Stellplätze für Pkw´s und Fahrräder, Sitzmauern und Hausbaum.

Das Sockelgeschoss aus Betonwänden funktioniert wie eine Stützwand gegen den Hang und fasst dabei hofartig den Garten. Die Mehrgeschossigkeit auf dieser Seite spiegelt sich besonders durch die ausladende und als Treppe verlängerte Terrasse unter einem enormen Vordach wieder. So entstehen geschützte, besonnte zum Aufenthalt einladende Außenräume

Die Wohnbereiche sind im Erdgeschoss und im seitlichen Ausleger des Sockelgeschosses angeordnet. Diese Bereiche sind durch einen stark belichteten Treppenraum mit geräumigen Dielen verbunden. Die Zimmer sind auf das Dachgeschoss sowie das restliche Sockelgeschoss verteilt. Durch diese Aufteilung und der von unten möglichen Erschließung, ergeben sich verschiedene Trennungsoptionen für bis zu drei abgeschlossene Wohneinheiten.

Das Hauptgebäude mit asymmetrischem Satteldach wurde als Holzständerbau mit einer sägerauen, unbehandelten und schnell vergrauenden Holzverschalung ausgeführt.

Um federnde Holzfußböden zu ermöglichen sind die Flächenheizung weitgehend in den Wänden und Decken integriert. Da die Wärme mit einer Luft-Wasser Wärmepumpe gewonnen wird, ist das Kühlen dieser Bauteile bei Bedarf möglich. Eine zentrale Lüftungsanlage ist mit Enthalpietauscher, Feuchte- und Wärmerückgewinnung ausgestattet. Strom wird durch eine PV-Anlage auf dem Dach erzeugt. Mit dem Produktionsüberschuss wird ein Elektroauto aufgeladen. Kaminöfen können in den Wohnräumen an einen Außenkamin angeschlossen werden. Eine Regenwasserzisterne dient auch einer Grauwassernutzung.

Jahresprimärenergiebedarf: 16,5kWh/m²a 


 


Nutzung:                                            Neubau von zwei Wohneinheiten mit mehreren Trennungs- und Erschließungsoptionen. Mehrgeschossiger, hofartiger Garten.
Ort: Trostberg, Heiligkreuz (D)
Auftraggeber: Priv. Bauherr
Gebäude: Holzbau, KFW 40+

Jahresprimärenergiebedarf: 16,5 kWh/m²a (Haupthaus) 24,5 16,5 kWh/m²a (Zuaus)
Leistung: alle LPH
Konzepte:
 
 
Ortsbezug, „Wo“?

Das Raumprogramm wird aufgeteilt. Zusammen mit dem erhaltenen Nebengebäude entsteht so ein neues Ensemble aus drei unterschiedlichen Baukörpern mit attraktiven Zwischenräumen, Querbeziehungen/Sichtachsen und differenziertem Raumfluss zwischen Privatem und Öffentlichem:

Das markante, bis an die Straßenecke vorgeschobene Zuhaus, leitet in den klaren Straßenraum Richtung Dorfplatz ein. Außenmauern des obsolet gewordenen Vorgängerbaues entlang der Kirchstraße konnten als Stützmauern eingebunden werden. Auch die Geländesprünge resultieren aus der rückgebauten Gaststätte und wurden Teil des Außenraumkonzeptes.

Suffizienz, „Was“?

Das Wohnhaus dient einer junge Familie mit zwei kleinen Kindern. Gäste sollen angenehm untergebracht werden können (die Großeltern sind aktiv in die Kinderbetreuung eingebunden). Des Weiteren wird Büroraum für die selbständige Tätigkeit der Bauherren benötigt. Es besteht der Wunsch eines intensiven Bezugs zum privaten Garten. Zukünftige Bedarfsänderungen sollen in Form von flexibel nutzbaren Grundrissen und möglicher Teilung in unabhängige Nutzungseinheiten Rechnung getragen werden.

Effizienz, „Wie“?

Das zweigeschossige Haupthaus ist auf die Familie zugeschnitten. Es wird vom höchsten Punkt der Kirchstraße erschlossen, der Zugang ist dem Dorfmittelpunkt mit Kirche zugewandt.

Das Zuhaus und bestehende Nebengebäude begrenzen das Grundstück nach Osten und Süden, verstellen strategisch den Blick auf die Straße und angrenzende Nachbargebäude oder rahmen attraktive Fernbezüge zur umgebenden Landschaft. Nach Befund konnte nur eine der monumentalen Kastanien auf dem ehemaligen Biergarten erhalten bleiben, verlorene wurden nachgepflanzt.

Das Zuhaus beherbergt das Büro und die Gästezimmer, kann aber auch als autarke Wohneinheit genutzt werden. An dieser Stelle musste die historische Stampfbetonmauer ersetzt werden. Das strikt nach der Geometrie der Baugrenze geschnittene, eingeschossige Gebäude übernimmt das obere Gartenniveau und bildet darunter einen als Remise nutzbaren Raum, der als zusätzliches Wohngeschoss ausgebaut werden kann.

Das bestehende Nebengebäude mit Gebäudeachse parallel zum Haupthaus kann als weitere autarke Nutzungseinheit entwickelt werden.

Konsistenz, „Womit“?

Das EG des Haupthauses kommt ohne Wände aus, Schrankwände ersetzen Abstellräume und definieren Raumzonen. Die einläufige Treppe und ein zentraler Luftraum erweitern den Raumfluss vertikal ins OG. Die großzügige Galerie dient dabei als Spieldiele bzw. kann als Office-Bereich ausgebaut werden. Von hier sind die gleichwertigen Einzelzimmer erschlossen. Die vollverglasten Terrassen von Haupthaus und Zuhaus sind als wettergeschützte Erweiterung des Wohnraumes konzipiert, und bilden mit raumhohen Schiebeläden aus Holzlamellen einen konfigurierbaren Filter zum Garten. Ein Balkon im OG nach Westen mit Blick auf den Dorfplatz ist ebenfalls durch Holzlammelen verschließbar damit Wäsche im Freien getrocknet werden kann.

Der Holzbau ist als KFW 40+ Haus mit Lüftungsanlage und Luft-Wasser Wärmepumpe realisiert. Außenwände sind meist verputzt, nur die Front des Büros zum Eschenwald ist mit sägerauen Fichtenbrettern bzw. vertikalen Lamellen verkleidet. Diese Verschalung wird als Zaun entlang der Kirchstraße fortgeführt und bindet den ebenfalls grenzständigen Carport ein. Sichtbare Brettstapeldecken, bzw. Dreischichtplatten im DG sowie die raumhohen Möbel aus Dickholz sind Weiß lasiert. Dielenböden, Treppenstufen und Schranktüren sind aus Eiche geölt.

Jahresprimärenergiebedarf: 14,5kWh/m2 bzw. 24kWh/m2 (Nebengebäude). Die PV Anlage von 10 kWp kann nach Bedarf verdoppelt werden.



 
Nutzung:Umbau, Erweiterung und Umnutzung einer alten Dorfschule in Wohnungen
Ort: Braunautal 6, Berganger (D)
Auftraggeber: Priv. Bauherr
Leistung: Vorentwurf







Konzepte:

Orientierung und Ausrichtung der prinzipiellen Aufenthaltsräume: Einbindung der guten Fassaden Süd/Süd-Ost und Süd-West-West: Sonne, Berge und Garten.


EG:
- durch räumliche Verbindung des Anbaues zum Essraum/Küche übers Eck
- durch Belichtung und Belüftung der Küchenzeile durch direkten Außenbezug unter dem erstem Treppenlauf über neuem Zugang zu Heizkeller
- Freistellung der SS-W Fassade vom Bad
OG:
- Verglasung des Aufenthaltsraumes zum Treppenraum (Süden)
- großzügige Verglasungen der zwei Räume des Anbaues nach Süden und Westen, außerdem zusätzliche besonnte Balkon/Terrassenflächen möglich

Gewollte Einbindung der „historischen“ Holztreppe und dem Anbau mit Splittlevel

Sollen prinzipiell erhalten bleiben. Untermauerung im EG, Neuer Eingang zum Keller direkt vom Außenraum. Belichtung des OG über Treppe herstellen. Die Treppe ist der 2. WE zugeordnet, verleiht den Raumeinheiten auf den verschiedenen Niveaus eine gewisse Nutzungsautonomie. Der Anbau erfährt die stärkste Bestimmungsänderung wegen seiner attraktiven Südlage, guten Ausblicken und Gartenbezug für die 2. WE. Der einzige Latrinenbau, der bei der Dachsanierung proportional unglücklich unter das verlängerte Hauptdach eingebunden wurde, wird zu einem bedeutungsvollem Gebäudeteil. Das darf sich auch gestalterisch bemerkbar machen und das Gesamterscheinungsbild die gewisse Note verleihen: Geschoss hohe Verglasungen in Kombination mit Holzlattenjalosie erlaubt proportionale und materielle Bezüge zum Kontext herzustellen, geräumige Dachgeometrie, räumliche Wechselbeziehung und Lösung des 2. Rettungsweges DG.

Starker definierter Bezug der Wohnungen zum Außenraum, Garten, Ausblicken

Klare Trennung des Gartens zwischen den WE durch leichten Höhensprung und Buchenhecke, Orientierung und Öffnung zu den zugeordneten Gartenbereichen (Intimitäten bewahren) Die 2. WE bekommt Garten mit überdachter Terrasse und attraktiver SS-W Mauer, und Balkon im OG, Wintergarten und Balkon im DG.

Attraktive Proportion der Räume, Nutzungsflexibiltät.

Raumkonfigurierung durch innen liegende Nasskerne (Nebennutzungen), Freistellung der Fassaden für alle Haupträume. Zonierung der Verkehrsflächen, hierarchische Raumordnungen, fließende räumliche Beziehungen der Wohnnutzungen möglich (räumliche Kontinuität). Durch die Minimaldefinition durch feste Kerne (Zonierung und Verkehrsflächen, Autonomie der verbleibenden Räume) wird maximale Raum- und Nutzungsflexibilität erzielt.

Bewertung punktueller baulicher Eingriffe bezüglich des inneren Raumgefüges, Außenkörper sowie Kosten-Nutzungsbewertung.

Beibehaltung der wesentlichen Elemente wie Treppenhaus, Anbau, Flur im EG, Minimierung der Brandschutzmaßnahmen durch Begrenzung auf 2 WE. Die punktuellen Eingriffe sind im EG: Untermauern der Treppe für Küche, räumliche Verbindung dieses Raumes und Anbau über Ecke, Südsonne durch Verglasung des Anbauzimmers, flurseitige Erschließung des Südzimmers. Innenliegeinder Nasskern stellt Innenfassade frei. Zugang zu Keller direkt von Außen. Im OG: Südlicht über Treppenraum, innen liegender Nasskern stellt Innenfassaden frei, autonome Erschließung des Südzimmers von Treppe aus. Verglasung und Balkon zum Garten des Anbauzimmers. Im DG: Wintergarten und Sonnenterrasse in Höhe mit Fernsicht, Anbindung des DG durch neue Dachgeometrie des Anbaues für 2. Rettungsweg, der dadurch räumlich aufgewertete wird. Außenkörper: neue Wertigkeit durch Überformen des Anbaues. Kosten: Durch kleinste Eingriffe, maximale Effekte zu erzielen, das ist konzeptuell eine Optimierung der Investition(en).


Nutzung:5 Wohnungen mit Gemeinschaftshaus, Mehrgenerationenwohnen
Ort: C/Roma 89, Las Pajanosas-Guillena (S)
Auftraggeber: Priv. Bauherr
Leistung: Entwurf bis Fertigstellung
Statik: Caballero Conde ingenieros
Mitarbeit: Pedro Rodríguez González (arqu. técnico)





DEHESA, die ursprüngliche Kulturlandschaft: beweidete Eichenhaine bekannt seit der Antike, gelten heute als Musterbeispiel naturnaher Kulturlandschaft. Die Bäume schützen den Boden vor Erosion, spenden Schatten, speichern Feuchtigkeit und liefern Holz, Kork, Mast für Schafe, Ziegen, Rinder und das iberische Schwein. Diese düngen und halten den Bewuchs niedrig was die Brandgefahr vermindert. Die Dehesa war traditionell in Gemeindeeigentum und wurde gemeinsam bewirtschaftet.




Die Bebauung begann in den 50er Jahren, als Folge der Pkw Mobilität breiter Bevölkerungsschichten und als Alternative zum Wohnen in der Stadt. Das hügelige Land wurde durch eine serpentinenartige Straße erschlossen und in Parzellen aufgeteilt. Von dem ursprünglichen Projekt mit Golf- und Reitanlage mit Bungalows prosperierten nur die z.T. villenartigen Einfamilienhäuser, die zu einer fortschreitenden Zersiedlung der Landschaft führten und im aktuellem Flächennutzungsplan als Gartenstadt definiert werden.




Analyse des Ortes, Randbedingungen und Strategie der Besetzung:

1. Klima, Orientierung zur Sonne. Wechsel von heißen und trockenen Sommern mit kalt-feuchten Wintern. Im Sommer ist die direkte Sonne schmerzlich, Mensch und Tier suchen den Schatten und die Nachtkühle konservierenden Orte. Im Winter hingegen vertreibt nur direkte Sonneneinstrahlung das klamme Gefühl der Kälte.
2. "Unendliche" Ausdehnung des Eichenhains dauerhaft erlebbar machen. Die Dehesa als Landschaftstyp ist auf dem Grundstück am intensivsten in Längsrichtung erlebbar. Da das Gelände nach Süden stark abfällt, dominiert visuell die Fernbeziehung auf die gegenüberliegende Hangseite. Als Blickfang bieten sich die weiß gekalkten Wände eines gut proportionierten landwirtschaftlichen Nutzgebäudes an. Im Frühjahr grasen Pferde auf den saftigen Weiden dieser intakten Dehesa. Der Horizont im Norden verliert sich hinter den Baumkronen. Dort scheint sich der Wald unendlich fortzusetzen. Eine zukünftige Bebauung der benachbarten Grundstücke würde in diese beiden Richtungen die Ausblicke nicht beeinträchtigen. Durch eine Bebauung der seitlich angrenzenden Parzellen würde jedoch eine dominierende direkte Präsenz auf das Grundstück entstehen. Besonders nach Westen dominiert bereits jetzt die Zersiedlung.
3. Die Hanglage des Terrains gibt die natürliche Orientierung nach Süden vor: Dort öffnet sich die Landschaft und bei klarem Wetter ist in der Ferne Sevilla wahrnehmbar.



4. Bei den wenigen aber intensiven Regenfällen kann der Boden, besonders nach Trockenheit, die Wassermengen nicht aufnehmen und es bildet sich ein richtiger Bach diagonal über die Parzelle der bei der Bebauung berücksichtigt werden muss.
5. Die Hauptwindrichtung ist N-S, was besonders für die heiße Jahreszeit von Bedeutung ist.
6. Der alte Baumbestand verteilt sich über die ganze Parzelle, besonders schöne Exemplare gruppieren sich im Zentrum. Die Steineichen sind perfekt an das Klima angepasst, wachsen aber sehr langsam. Es sollte möglichst der gesamte Baumbestand erhalten bleiben.
7. Ein besonderer Ort wurde zwischen den größten Bäumen in ca. 1/3 der Grundstückstiefe ausgemacht. Die beschriebenen Hauptrichtungen sind hier besonders eindrucksvoll erfahrbar, der Abstand zur Straße ausreichend und man überblickt das ganze Terrain, während man selbst sich im Schatten der Bäume im Geborgenem fühlt. Diese Stelle könnte als natürliches Zentrum beschrieben werden.



Konzeptuelle Zielsetzung

Dieser besondere Ort sollte das sein was er bereits ist: Das natürliche Wohnzimmer im Freien, zentrale Terrasse (plaza) und „Tor“ ins Innere der Parzelle. Die zu errichtende Bebauung sollte die bestehenden Qualitäten dieses Ortes verstärken, die landschaftlichen Attraktionen hervorheben, die Ausblicke in Richtung der zersiedelten Landschaft filtern, und die Exposition der Innen- und Außenräume bezüglich Licht, Luft und Wasser angemessen dosieren.



Konfiguration Baukörper:

Zwei annähernd parallele und etwas zueinander verschobene Baukörper treppen sich in Fallrichtung des Hanges und bilden die festen Ränder eines Hofes, der durch die Landschaftskulisse an den unverbauten offenen Seiten komplettiert wird. Die Fragmentierung durch versetzte Dachflächen und durchgesteckte Vorhöfe erlauben Durch- und Übersichten und machen den linearen Baukörper durchlässig. Räumlich wird eine Dialektik zwischen Innen und Außen, Raumhaltigkeit und Landschaftskontinuum, differenzierter Zonierung und eindeutigen Orten angestrebt.



Ala diurna - der gemeinschaftliche Tagesflügel

Bildet eine starke Ecke aus, auf die man nach Betreten der Parzelle zugeht. Der stetig ansteigende Weg wird hier umgelenkt und mündet in der überdachten Plaza, dem „Eingangstor“. Die luftig exponierte Lage, das schützende Dach und die einfassende bodengleiche Sitzbank sind Elemente des Komforts und laden zum Verweilen ein. Die Raumabfolge aus dieser Terrasse, Salon Essbereich und Küche bildet einen Winkel, der um eine alte Steineiche knickt. Im inneren fungiert der Kamin mit der offenen Feuerstelle als Scharnier. In vertikaler Richtung erfährt das Volumen seine Modellierung durch die versetzt geneigten Dächer. Als Folge des Versatzes entsteht ein enormes, nach Süden orientiertes Oberlicht, was mit ausgeprägten Leibungen nur die tiefstehende Wintersonne einfängt.






Ala nocturna - der private Wohnbereich

5 unabhängige Wohnungen werden durch überdachte Vorbereiche erschlossen. Weitere Einheiten nach Norden sind möglich. Durch die räumliche Verschränkung der Wohneinheiten und den resultierenden variierenden Raumhöhen unter dem geneigtem Dach, werden lange diagonale Raumbezüge im inneren erreicht. Dadurch wirken die Wohnungen trotz knapp bemessener Flächen großzügig und weitläufig. Die hofartigen Vorbereiche bilden einen wertvollen Zwischenraum, der durch die großformatigen Schiebeelemente individuell an die jeweiligen Erfordernisse an Sonne, Licht und Wind sowie Ein-und Ausblicke angepasst werden kann. Hier artikuliert sich die Schwelle zwischen Innen und Außen, dem privatem Wohnen und dem gemeinschaftlichen Hof, hier wird der erste Schritt aus dem Haus und auf die Erde der Dehesa zelebriert. Wie beim Gemeinschaftshaus sind auch bei den Wohnungen hohe Südfenster dafür verantwortlich, dass direkte Wintersonne tief ins innere dringt. Wegen der Abtreppung des Baukörpers durch die Hanglage, erschließt sich das Profil der Hügelkette vor allen Fensterfronten, die umgekehrt nachts als große Leuchtschirme weit in die Ferne strahlen.







Detaillierung und Materialwahl im freiem Dialog mit Traditionen

Neben den typologischen Analogien zu traditionellen Hofanlagen mit geneigten Dächern ist auch bei der Materialwahl und Konstruktionsweise ein eindeutiger Bezug zur Region erkennbar. Massive Ziegelwände als kalkverputzte Lochfassaden tragen eine einspännige Holzdecke mit traditioneller Ziegeldeckung. Als Sonnenschutz dienen Holzjalousien, die in beweglichen Metallrahmen eingespannt sind. Die Spannweite von 6 Metern wird von Brettschichtholzbindern bewerkstelligt, ihr Abstand zueinander wird durch die Tragfähigkeit der Sandwichelemente definiert, auf denen in die ondulierte Abdichtung direkt die Dachziegel trocken verlegt wurden. Der umlaufende Dachrand wurde aus gekantetem Aluminium realisiert, durch ein leichtes Innengefälle wird ein Feucht werden und Verschmutzen der aufsteigenden Wände effektiv verhindert. Je nach Entfernung des Betrachters, tritt die Präsenz der traditionellen Eindeckung zugunsten einer feinen Dachlinie zurück.







Freiflächengestaltung

Neben den typologischen Analogien zu traditionellen Hofanlagen mit geneigten Dächern ist auch bei der Materialwahl und Konstruktionsweise ein eindeutiger Bezug zur Region erkennbar. Massive Ziegelwände als kalkverputzte Lochfassaden tragen eine einspännige Holzdecke mit traditioneller Ziegeldeckung. Als Sonnenschutz dienen Holzjalousien, die in beweglichen Metallrahmen eingespannt sind. Die Spannweite von 6 Metern wird von Brettschichtholzbindern bewerkstelligt, ihr Abstand zueinander wird durch die Tragfähigkeit der Sandwichelemente definiert, auf denen in die ondulierte Abdichtung direkt die Dachziegel trocken verlegt wurden. Der umlaufende Dachrand wurde aus gekantetem Aluminium realisiert, durch ein ein leichtes Innengefälle wird ein Befeuchten und Verschmutzen der aufsteigenden Wände effektiv verhindert. Je nach Entfernung des Betrachters, tritt die Präsenz der traditionellen Eindeckung zugunsten einer feinen Dachlinie zurück.